Jürgen Busse | Krummsee | 2.9.2024
Kaum jemand kennt den Peverlingsee, der sich von vielfältiger, üppiger Vegetation umgeben, verschwiegen inmitten des Malenter Ortsteils Krummsee befindet.
Naturliebhaber nutzen den öffentlichen Pfad in den Wald gleich neben der gesperrten Auffahrt zum ehemaligen Klinikgelände. Zwei Findlinge markieren den Zugang zu einem letzten Paradies für die heimische Tier-und Pflanzenwelt. Nach circa hundert Metern breitet sich dann vor dem Naturfreund der fast kreisrunde See aus, eingebettet in eine wildromantische grüne Umgebung. In diesem einzigartigen Areal dürfen sich bis jetzt noch (nicht nur) Fuchs und Hase völlig ungestört Gute Nacht sagen. (Lediglich ein altes Wochenendhaus lässt sich versteckt im Wald ausmachen.)
Wer sich die kleine Mühe macht, den Hang zur ehemaligen LVA-Klinik hinauf zu klettern, wird mit großartigem Blick über den tief unten liegenden See belohnt. Ob da wohl die Politiker, die den Bauplan für das völlig überdimensionierte Hotelprojekt einstimmig absegneten, jemals ein Auge auf diesen sensiblen Teil der Landschaft, der künftig für den (Massen?-) Tourismus mit beansprucht werden soll, geworfen haben?
Zwecks Erhöhung der Rendite fällt der Blick über den Peverlingsee zu allem Überfluss in Zukunft leider auf mehrere neue Appartementhäuser. Der 15 Meter hohe Steilhang, dessen Erdreich von mächtigen Laubbäumen gehalten wird, wird genauso wie der gesamte Hügel (45 m über NN) abgetragen, um in den Untergeschossen des Hotelbaus unter anderem Stellplätze für 350 Pkw zu schaffen. Der Parkplatz am Eutiner Stadtgraben verfügt über knapp 150 Stellplätze.
Im dann steilhangfreien Uferbereich des Peverlingsees sind an der Nordseite des Hotelkomplexes die Einrichtungen für Spiel und Sport vorgesehen, unter anderem Tennisplätze, ein Infinitypool,
Kinderbespaßung und Liegeplätze. Statt Abgeschiedenheit und Stille dann ständige Unruhe und selbst des Nachts viel Licht!
Ist das Zerstören dieses bisher total naturbelassenen Biotops mit den Bestrebungen des Naturschutzes heute noch vereinbar? Warum widersprachen die zuständigen Naturschutzbehörden nicht längst den keineswegs akzeptablen Begehrlichkeiten? Wo bleiben die Einsprüche der Naturschutzverbände? Was sagt denn die Revierförsterei? Wie verhalten sich die hiesigen Ornithologen? Wo ist der Aufschrei der kritischen Jugend, zum Beispiel der Letzten Generation? Glücklicherweise ist es erst zehn vor zwölf.
Falls auch für Sie noch wichtige Fragen offen sind, Sie sich von den Planungen in besonderer Weise betroffen fühlen oder einfach mal Ihre persönliche Sicht teilen wollen: Schreiben Sie uns.