Michael Marohn | Architekt | Malente | 11.9.2024

Ein Gegenentwurf?!

Gute Architektur zeichnet sich nicht zwingend durch große Gesten aus. Im Gegenteil.


Vielmehr ist es oftmals Ausdruck einer Architektur, die diesen Habitus um ihrer Selbstwillen braucht.


„Seht her, hier bin ich! Der Leuchtturm, der bis ins Nirgendwo strahlt!“


So ergeht es nicht nur mir auch mit der geplanten Spirale am Kellersee, die so, wie die Architekten selbst konstatierten, an jedem beliebigen Ort umgesetzt werden könne.


Dies spricht nicht wirklich dafür, dass man sich ernsthaft mit dem einzigartigen Ort auseinandergesetzt hat…


Aber, was ist gute Architektur?

Eine Frage, die kaum zu beantworten ist, denn jeder hat eine andere Vorstellung von guter Gestaltung, gutem Design und guter Architektur.

Es ist an dieser Stelle daher auch meine persönliche Meinung, wenn ich die atmosphärische Architektur Peter Zumthors zum Vorbild nehme.

Diese besticht durch einen besonderen Umgang mit dem umgebenden Ort, dem Verwenden und Fügen der Materialien, der Oberflächen und Lichtstimmungen.


Zumthor in Krummsee?

Auch wenn Krummsee Peter Zumthor vermutlich nicht für sich gewinnen kann, braucht es dort doch eine Architektur, die sich auf das wesentliche reduziert, sich in die Landschaft einfügt und mit dem Naturraum korrespondiert.


Es braucht kein „Reklameschild“ sondern einfach(e) gute Architektur, die (beispielhaft) so https://www.ark-shelter.com/en/resort oder so https://hotel48nord.com/fr/ aussehen könnte.


Mir ist bewusst, dass solche Konzepte nicht die Steuereinnahmen generieren werden, wie sie der Vorhabenträger der Spirale vorgibt. Aber sie stehen bei weitem mehr im Einklang mit der Natur, den Menschen vor Ort und einem sensiblen und nachhaltigen Tourismus!

 

Michael Marohn, Architekt, Malente


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